Artikel in der "Rheinpfalz", Anfang Juli 2011

Außergewöhnliche Renovierungsarbeit


Beobachtung einer ungewöhnlichen Abrissarbeit bei der Renovierung eines Häuserblocks: die Balkone wurden entfernt!

Hier werden zwar interessante Bilder dieses Ereignisses gezeigt, aber nicht ohne eine gehörige Portion Kritik: Den Druck seines Arbeitgebers im Nacken, weil ein Gerüst zu gleicher Zeit aufgebaut werden musste, hat ein einziger Arbeiter an einem Tag 12 Stunden geackert, ohne eine einzige Pause einzulegen! Tags zuvor, eine Balkonreihe weiter vorn, waren es 11 Stunden am Stück. Vorangegangene Tage sind, dem Krach nach zu urteilen, kaum kürzer als zehn Stunden gewesen; ebenfalls fast pausenlos! 


Unfassbar, welche Energie manche Menschen haben und haben müssen, und das bei solchen Arbeitsbedingen; keinen Schluck getrunken, keinen Bissen gegessen, keine Notdurft an diesem dokumentierten Tag... 


Noch unfassbarer, dass in die zeitlichen Planungen offenbar kein Raum für etwaige Störungen eingebaut wurde (die hier tatsächlich entstanden); auf Teufel komm raus muss der Plan eingehalten werden, sonst drohen Konventionalstrafen! Menschlichkeit und Fürsorgepflicht eines Arbeitgebers wurden hier ersetzt durch die nackten Zahlen des Profits... 


Meine uneingeschränkte Bewunderung gilt diesem Mann, der das durchstehen musste und offensichtlich trotz unvorhergesehener, langer Störungen im Arbeitsablauf nicht aus der Ruhe zu bringen war. Ihm und bestimmt sehr vielen anderen Kollegen in ähnlichen Situationen muss hier ein riesiges Lob ausgesprochen werden - als Ersatz für das mit Sicherherheit fehlende Schulterklopfen der Arbeitgeber... 

------------- 

Diesen Arbeitstag habe ich als "Anleitung für künftige Balkonabreißer" kommentiert!

Zu den Bildern