Ludwigshafen am Rhein.

Die Entstehung.

Einwohner-Entwicklung:

Gemeinde Ludwigshafen 1852: 1.500

Stadt Ludwigshafen:

1859: 2.700
1888: 25.000
1899: mehr als 50.000
1921 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.

31.12.1970: 181.762


31.12. 2006: 163.560

31.12.2009: 167.510;
davon 134.979 Deutsche = 19,4% Ausländeranteil

Fläche: 77,55 km² = 2.104 Einwohner je km²

Sonstige Daten:

Höhe über dem Meer (NN): 89 bis 99 m
Postleitzahl: 67059
Kennzeichen: LU



Kurze GESCHICHTE:

Am 27. Dezember 1852 verlieh König Maximilian II. Ludwigshafen die Rechte einer Gemeinde;
Am 8. November 1859 wurde die Gemeinde Ludwigshafen zur Stadt erhoben, 1921 wurde Ludwigshafen Großstadt.

Aber lange vor dieser Zeit stand diese Region schon im Blickpunkt, denn die alten Römer unterhielten in dem nahe gelegenen Alta Ripa (heute: Altrip, unweit im Süden vor Ludwigshafen), einen Garnisionsstützpunkt; von dort aus bauten sie Straßen über den Pfälzer Wald hinaus, und auch einige luxuriöse Anwesen, von denen noch Grundrisse erhalten geblieben sind.

Viele Stadtteile haben einen geschichtlichen Hintergrund, der bis in das siebte Jahrhundert zurück reicht; siehe in den nachfolgenden Tabellen.

Eine ausführlichere Geschichte folgt weiter unten!



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Bitte geben Sie dazu an, was sich auf dem Bild befindet, wo es aufgenommen wurde und evtl. Ihren Namen.




Die offiziellen Stadtteile; offiziell, weil sie je einen Ortsbeirat mit einer unterschiedlichen Anzahl von Mitgliedern haben:

Bei Gemeindegründung 1852 gab es nur die heutige Stadtmitte. Auch der Hemshof (die alten Bauernhöfe, die es schon seit dem Lorscher Kodex
Der Lorscher Codex (lateinisch Codex Laureshamensis) ist ein ungefähr zwischen 1167 und 1190 in der Reichsabtei Lorsch angelegtes handschriftliches Buch. Es enthält eine umfangreiche Klostergeschichte.

Da der Lorscher Codex die Ersterwähnung vieler Gemeinden – über 1.000 Orte werden in ihm genannt – enthält, wird er von heimatgeschichtlich Interessierten gern anachronistisch als Grundbuch bezeichnet. Der Lorscher Codex ist die älteste geschriebene Geschichtsquelle für Hunderte von Orten.

Im „Codex Laureshamensis" verzeichneten die Mönche des Lorscher Klosters neben Kauf- und Tauschverträgen die dem Kloster gemachten Schenkungen von Dörfern, Gehöften, Ländereien und allerlei sonstigen schätzenswerten Dingen auf Grund der ihnen vorliegenden Originalurkunden.
gab), Teile des heutigen Stadtteils Innenstadt-Süd und (inoffiziell West) lagen ebenfalls auf der Gemarkung.

 
Stadtteil 
erwähnt
im Jahr
eingemeindet
zusätzliche Angaben
 Friesenheim 771 1892
 Gartenstadt
1909 gegründet Info
Die Gartenstadt wurde von 16 Bürgern initiiert, die am 1. Dezember 1909 die "Baugenossenschaft Gartenstadt - Ludwigshafen e.G." gründeten.
Diese Genossenschaft war Mitglied der Deutschen Gartenstadtgesellschaft, deren Ziel ein neuer Stadttypus außerhalb der Mietskasernen war.

Die Gartenstadt wurde lange Zeit als Teil Mundenheims verwaltet, auf dessen Gemarkung auch das Hochfeld als ältester Teil der Gartenstadt entstand und danach das Niederfeld.
 Maudach 772 1938 Info
Maudach liegt westlich vom Stadtzentrum und grenzt an den Maudacher Bruch, der mit einer Fläche von 360 Hektar das größte zusammenhängende Naherholungsgebiet Ludwigshafens ist und der sich aus einer ehemaligen, heute verlandeten Rheinschlinge gebildet hat.

Um die drohende Vertrocknung zu stoppen, haben die Technischen Werke Ludwigshafen (TWL) mitte des Jahres 2010 einen Rettungsversuch gestartet: Mitarbeiter der TWL - selbst hochrangige! - zogen eigenhändig Gräben durch die wichtigsten Teile des Bruchs, um diese mit Wasser aus den Grundwasserbrunnen zu füllen und damit diesen vielfältigen Lebensraum zu erhalten - auf eigene Kosten!
 Mundenheim 770 1899 Info Auf dem Gebiet Mundenheims befand sich eine römische Militär- oder Straßenpolizeistation, allerdings ohne Zeitangabe. Außerdem wurde auf dem Gelände des Schulzentrums ein römischer Brunnen gefunden.

Nach den Römern folgten die Alemannen.
Um 500 n. Chr. folgten dann die Franken. Es war ein fränkischer Clanchef namens Mundo, der sich mit einer Gruppe von Untergebenen im Heim des Mundos (Mundinheim) niederließ.
Der Sage nach kam der Franke Mundo, auf der Landsuche den Rhein herauf, wohin ihm seine Gefährtin Hita bereits vorausgeeilt war. Als er das Hochufer emporstieg sah er eine Wiese mit Schlüsselblumen. Hita zeigt ihm den Platz. Mundo ist begeistert und sagt zu Hita: „Lass uns hier einen Hof bauen, und dieser soll Mundinheim heißen; ein Schlüssel soll unser Wappen zieren.“
Der Schlüssel findet sich noch heute im Ortswappen, allerdings wird er dort mit dem Heiligen Petrus in Verbindung gebracht.

1798 ist Mundenheim im französischen Besitz.

1814 fiel Mundenheim durch den Befreiungskrieg unter eine österreich-bayerische Administration.

1816 bis 1945 ist Mundenheim bayerisch.

1853 musste Mundenheim Teile ihrer Gemarkung an das 1843 gegründete Ludwigshafen abtreten.

Am 1. Dezember 1899 wird Mundenheim in Ludwigshafen eingemeindet.
 Oppau 808 1938 schließt Edigheim und Pfingstweide ein
Info
In Oppau eröffnete die BASF 1913 ein weiteres Werk. Dadurch wurde aus dem Bauerndorf eine Industriegemeinde, die, 1928 mit der Gemeinde Edigheim vereinigt, 1929 noch Stadtrechte erhielt. 1938 wurde Oppau-Edigheim nach Ludwigshafen eingemeindet.
 Oggersheim 764
(als Agridesheim)
1938
Info


Im Vergleich zu den anderen Stadtteilen hat Oggersheim die bedeutendste Geschichte aufzuweisen. Schon um Christi Geburt stand im Raum des heutigen Stadtteils eine römische Villa, in deren Nähe eine römische Fernstraße aus Italien über Straßburg (Argentoratum), Speyer (Noviomagus) und Worms (Borbitomagus) nach Mainz (Mogontiacum) und weiter über Xanten (Vetera) bis an die Nordsee (Rheinuferstraße) führte.

Um das Jahr 765 gab es an gleicher Stelle ein fränkisches Königsgut.

Bis zum Jahr 911 hatte das elsässische Kloster Weißenburg die Grundherrschaft inne.

Vermutlich ab 1317 hatte Oggersheim Stadtrechte mit geschätzten 250 Einwohnern, seit Ende des 16. Jahrhunderts war es Festungsstadt.

1689 wurde Oggersheim im Pfälzischen Erbfolgekrieg verwüstet.

Das heutige Rathaus entstand 1839/1840.

In der NS-Zeit wurde das bebaute Gemeindegebiet durch den Bau der Notwende als BASF-Werkssiedlung (1934-1937) erheblich erweitert.

In den 1960er Jahren entstanden die Wohngebiete Oggersheim-West und an der Langewanne die Neue Heimat.

Anfang der 1990er wurde der Ortskern als Sanierungsgebiet aufgenommen. Ebenfalls in den 1990er Jahren wurde die Notwende durch das Neubaugebiet Melm erheblich vergrößert.
 Rheingönheim 831 1938
Info
Der Ort kann auf eine lange Besiedlung zurück blicken. Schon in der Regierungszeit des römischen Kaiser Claudius wurde bei Rheingönheim ein römisches Kastell angelegt, das den Flussübergang bei Altrip sowie die Neckarmündung (auf der gegenüber liegenden Rheinseite), die damals auf dieser Höhe lag, sicherte. Bei Ausgrabungen in den Jahren 1912 und 1961 konnten aus etwa 400 Gräbern zahlreiche Gegenstände geborgen werden.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Rheingönheim im Jahr 831 im „Goldenen Buch“ der Abtei Prüm.

1938 wurde Rheingönheim nach Ludwigshafen eingemeindet.

1945 errichteten die amerikanischen Streitkräfte ein Kriegsgefangenenlager. Die ehemaligen Soldaten wurden hier auf engstem Raum gefangen gehalten, bis sie in andere Lager verlegt wurden. An dieses Lager erinnert ein Gedenkstein an der Kreuzung der Kreisstraße K7.

 Ruchheim  772
(als Richinisheim)
1974 Info Ruchheim wurde bereits um das Jahr 800 n. Chr. im Lorscher Kodex erstmals urkundlich erwähnt. Es heißt dort auf Lateinisch: „In Christi Namen am 14. September im 3. Regierungsjahr König Karls übergebe ich, Imma, zum Heil meiner Seele dem hlg. Märtyrer Nazarius, dessen Leib im Kloster Lorsch ruht, als Geschenk die Hofstatt in Richinisheim im Speyergau mit Weiden und Wasserstellen, und bestimme dies durch Vertrag zum dauernden Besitz.“

Im Jahr 1700 wurde Ruchheim an die aus Basel stammende Familie von Russicon verkauft. Diese baute das Wasserschloss zu einer barocken Schlossanlage um, von der noch das Wohnhaus und Teile der Umfassungsmauer erhalten sind.

Der älteste überlieferte Name Ruchheims findet sich im Lorscher Kodex in der Form Richinisheim, was so viel wie Heim des Richin bedeuten soll.

Der Name Richinesheim taucht im Jahr 895 in einer Urkunde des Klosters Weißenburg auf. In einer Urkunde des gleichen Klosters aus dem 10. Jahrhundert heißt es dann Ruochheim (Heim des Ruoch). Im Jahr 1271 wird der Ortsname mit Rucheim wiedergegeben.

Ab 1600 findet sich dann zum ersten Mal die heutige Schreibweise Ruchheim. Allerdings wird der Name noch 1836 vereinzelt Rugheim geschrieben

 Innenstadt Nord


schließt Hemshof und West ein.
West(end) bezeichnet einen Teil, der Innenstadt Nord angeschlossen wurde

 Innenstadt Süd


schließt Mitte und Süd ein






Die inoffiziellen "Stadtteile", weil sie zwar einen Namen haben, aber keine Stadtteile an sich sind; sie wurden anderen Stadtteilen zugeordnet - bilden aber in den Augen und Seelen der Bürger Gebiete, die diese Namen in ihrem ureigensten Sinn als wichtige Teile der Stadt  ins Herz geschlossen und damit natürlich Recht haben...


Bezeichnung erwähnt im Jahr zusätzliche Angaben
 Edigheim 772
1929 Eingliederung nach Oppau 
InfoEdigheim wurde im Lorscher Kodex im Jahr 772 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, entstand wahrscheinlich aber bereits im 6 Jahrhundert, ist somit eine sehr frühe Gründung. Historisch relevant ist der althochdeutsche Name "Otincheim", der einen erstaunlichen Bezug zum gleichnamigen Brunnen aus der Handschrift des Nibelungenlieds aufweist, an dem Siegfried von Hagen ermordet wurde.

Zusammen mit Oppau lag der Ort vermutlich bis ins Jahr 886 auf der rechten Seite des Rheins. Dann veränderte der Fluss zum wiederholten Mal seinen Lauf und seitdem liegen Oppau und Edigheim am linken Ufer.

Bis ins 19. Jahrhundert wurde Edigheim immer wieder vom Rheinhochwasser bedroht. In den Jahren 1774, 1784 und 1824 vernichtete das Hochwasser die Ernten und viele Bewohner ertranken. Auch nach der Rheinregulierung, die nach Plänen des Obersten Johann Gottfried Tulla ab 1826 durchgeführt wurde, blieb die Gefahr bestehen. Das schlimmste Hochwasser ereignete sich um die Jahreswende 1882 und 1883: aufgrund der Schneeschmelze stieg der Rhein um 6,60 Meter und der Damm brach; Oppau und Edigheim wurden überflutet. Menschen und Tiere mussten zum Teil auf die Dächer flüchten.

1928 wurde Edigheim nach zunehmenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten und gescheiterten Beitrittsverhandlungen mit Frankenthal in Oppau eingemeindet.

 Pfingstweide Baubeginn 1966, Einzug 1969 Teil der Edigheimer Gemarkung und somit zu Oppau gehörend
 Melm Entstehung ab 1934; Teil Oggersheims
Erweiterungen in den 1960er Jahren und ab 1995; s. auch Notwende und Oggersheim

 Notwende 1930
In den 1930er Jahren als Werkssiedlung der BASF errichtet; gehörig zu Oggersheim
Info Neubaugebiet im Norden von Oggersheim.

Die "Notwende" heißt so, weil sich hier die Not der Arbeitslosen zum Besseren gewendet hat (Ergebnis eines Namenswettbewerbs 1934). Die Notwende entstand auf dem Melmgebiet und ist der "alte" Kern des ganzen Areals, das dann in den 1960ern und ab ca. 1995 um das heutige Melm-Wohngebiet erweitert wurde.

Das neueste Melm-Wohngebiet liegt eigentlich auf Oppauer Gemarkung, wurde aber wegen der Straßenführung und Zugänglichkeit Oggersheim zugegliedert.


 Hochfeld Baubeginn 1919 Teil der Gartenstadt
 Niederfeld Baubeginn 1932 Teil der Gartenstadt
 Ernst-Reuter-Siedlung im Süden der Gartenstadt
 Hemshof
770 (als Hembsheim)
entstand ab etwa 1870
Info

Ältester und lange Zeit "bescheidenster" inoffizieller Stadtteil.

Zusammen mit dem Stadtteil Nord bildet er den Bereich "Nördliche Innenstadt".

Der Hemshof war ursprünglich eine fränkische Siedlung und erreichte strategische Bedeutung um das Jahr 1600, als der Brückenkopf Rheinschanze errichtet wurde.

Danach war der Hemshof ein Bauernhof in der Gemarkung von Friesenheim. Ebenfalls auf der heutigen Gemarkung befanden sich mit dem Ganderhof, dem Rohrlacher Hof und dem Gräfenauer Hof noch drei weitere Bauernhöfe.

Nach Auflösung der Bauernhöfe zunächst ein reines Wohngebiet für die Arbeiter der 1865 gegründeten BASF, entwickelte sich der Hemshof seit den 60er Jahren mit seinen mittlerweile knapp 16.700 Einwohnern und einem Ausländeranteil von 43,8% (2005) allmählich zum bevorzugten Zentrum der ausländischen Einwohner.

In den 80er Jahren wurde der Hemshof neu gestaltet; dadurch bekam er eine anderes Gesicht, welches heutzutage kulturell der Stadt zu interessantem Ruf verhalf. Diese Umgestaltung dauert auch heute noch an, im Jahr 2010.

Die Kombination von deutscher Altstadt und verschiedenen ausländischen Kulturen machen den Hemshof zu dem besondersten und zugleich bekanntesten Teil von Ludwigshafen. Der Reiz des Hemshof wird mitunter durch die vielen Bistros und Restaurants geprägt, die einen mediterranen Charme verströmen und viele Menschen im Sommer zu deren Außenplätze locken. Mittlerweile haben sich, im Zuge der Sanierungen, auch etliche Künstler im Hemshof angesiedelt. Neben dem Prinzregententheater in der Fußgängerzone, dem Hemshoftheater, dem Kabelkanal und einigen Kulturvereinen, wohnen und wirken zahlreiche Musiker und Maler in dem Viertel, wodurch eine kosmopolitische Atmosphäre entstanden ist.

Die berühmteste Bewohnerin des Hemshof ist wohl die deutsche Sängerin Julia (Jule) Neigel, die sich seit Jahrzehnten öffentlich zum Hemshof als Lieblingsort der Stadt bekennt.

Eine andere "Sängerin" und zugleich ein Unikum war die "Hemshof-Liesl": Urgestein von Anfang der 1970er Jahre, nie gefehlt auf den vielen Festen in und rund um Ludwigshafen; berühmtestes Lied für die "alten" Ludwigshafener: Hemshof-Blues... Wer kennt noch Zeilen aus diesem Lied?
 West (Westend)
gehörig zu Innenstadt Nord
 Valentin-Bauer-Siedlung
gehört zu West; bezugsfertig 1956
  Froschlache

Vier markante Hochhäuser am Ende Friesenheims, mit Blick auf die vier Baggersehen Willersinn-Weiher, Begüten-Weiher, Großparth-Weiher und Kratz'scher Weiher.

   ?


An die Eingemeindungen erinnert der Stadtteilbrunnen im Friedenspark (LU Nord):    





Die längere GESCHICHTE:


Als im Jahr 1606 Kurfürst Friedrich IV. den Grundstein zur Festung Mannheim legte und gleichzeitig auf der linksrheinischen Seite zum Schutze Mannheims die "Rheinschanze" plante, dachte sicher niemand daran, dass sich 200 Jahre später aus der Rheinschanze eine weitere Stadt entwickeln könnte. Auch der Mannheimer Wirt Carl Hornig, der 1808 die Rheinschanze von den französischen Besatzern kaufte und dort zunächst eine Gastwirtschaft eröffnete, ahnte er wohl kaum, dass er mit der von den Franzosen 1811 genehmigten Errichtung eines Schiffslandeplatzes den Weg zu einem Handelszentrum ebnete. Als Hornig 1819 starb, ging der Speyerer Kaufmann Johann Heinrich Scharpif diesen Weg weiter. Der Handelsplatz erlangte bald Bedeutung und wechselte 1830 in den Besitz von Scharpffs Schwiegersohn Philipp Markus Lichtenberger, der die Hafenanlage zielstrebig ausbaute.

Das Jahr 1843 schließlich ging als eigentliche Geburtsstunde Ludwigshafens in die Geschichte ein. Lichtenberger verkaufte den Umschlagplatz an Bayern, der militärische Charakter der Rheinschanze wurde aufgehoben. Mit der Verfügung des bayerischen Königs Ludwig I., die Rheinschanze in Ludwigshafen umzubenennen, gingen "zweckdienliche Vorbereitungen" zur Bildung einer eigenen Gemeinde einher. Paul von Denis entwarf in diesem Jahr einen ersten Bebauungsplan.

Obwohl politisch noch nicht selbständig, wuchs der Flecken Ludwigshafen in zehn Jahren zu einer stattlichen Gemeinde mit rund 1.500 Einwohnern heran.

Am 27. Dezember 1852 genehmigte schließlich König Maximilian II. die Bildung der selbständigen Gemeinde Ludwigshafen, bestehend aus "den Ansiedlungen zu Ludwigshafen, den Hemshöfen, dem Gander- und Rohrlacherhof, sodann der Gräfenau, ferner der Bannabteilung zwischen den Gemeinden Friesenheim, Mundenheim und Ludwigshafen".

In der Entwicklung Ludwigshafens ist nach der Verleihung der Stadtrechte 1859 das Jahr 1865 bedeutend. Am 6. April 1865 wurde in Mannheim die Badische Anilin- und Sodafabrik (BASF) gegründet. Der Mannheimer Bürgerausschuss lehnte die Ansiedlung dieser chemischen Fabrik am Neckarufer ab. Ludwighafen dagegen reagierte schnell und erteilte bereits am 21. April 1865 eine Konzession zum Bau der Firma auf dem Hemshof.

Die Bevölkerungszahl Ludwigshafens schnellte mit dem wirtschaftlichen Wachstum in die Höhe, die Stadt stieß beim Aufbau der Infrastruktur bald an ihre räumlichen Grenzen. So war es nicht verwunderlich, daß die inzwischen einflussreich gewordene Tochter nach den Gemarkungen ihrer Mütter Friesenheim und Mundenheim verlangte. Die Vereinigung mit Friesenheim erfolgte 1892, Mundenheim zögerte noch etwas länger und kam erst 1899 hinzu. So zählte Ludwigshafen vor der Jahrhundertwende stolze 62.000 Einwohner, die Gemarkung umfaßte 2175 Hektar.

Das Thema Eingemeindung blieb auch im neuen Jahrhundert stets ein Thema. Obwohl schon 1906 an die Straßenbahn angeschlossen, dauerte es mit der Eingemeindung des Dorfes Rheingönheim bis zum Jahre 1938. Im gleichen Jahr kamen noch das landwirtschaftliche geprägte Maudach, die geschichtsträchtige Stadt Oggersheim (zeitweise Flüchtlingsort des Dichters Friedrich Schiller) und das reiche Oppau/Edigheim zu Ludwigshafen, das dann vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 135.000 Einwohner zählte.

Die letzte Eingemeindung erfolgte 1974, als sich Ruchheim in Folge der rheinlandpfälzischen Verwaltungsreform vom Landkreis trennte und zur Stadt stieß. Zur gleichen Zeit, als sich Ruchheim Ludwigshafen anschloss, schossen im äußersten Norden der Stadt die Hochhäuser der Pfingstweide als neuer Stadtteil aus dem Boden.

Aufgrund der Siedlungsbewegung der zwanziger und dreißiger Jahre entstand der Stadtteil Gartenstadt auf der ehemals Mundenheimer Gemarkung.

Viele Ludwigshafener besitzen durch ihre Verbundenheit zu ihrem Stadtteil zwei Identitäten: sie fühlen sich zum einen als Ludwigshafener, zum anderen aber auch als Oggersheimer, Maudacher oder Rheingönheimer, als Hemshöfer, Oppauer, Edigheimer oder Pfingstweidler. Aber letztendlich sind sie alle Ludwigshafener, und damit echte "Pälzer"...




Quellen: diverse Internetseiten; Internetauftritt Stadt Ludwigshafen; Stadtarchiv Ludwigshafen (herzlichen Dank an Herrn Dr. Mörtz für die gute Zusammenarbeit!); Fotos: eigene Arbeiten.